29.01.2019  Das Golfplatz-Projekt geht weiter...

 

Die folgenden Bilder zeigen deutlich, was die Teilnehmer bis jetzt geleistet  haben. Dazu eine Zusammenfassung von Wolfgang Riemer und dem Experten für Amphibien Wilfried Vogel.

 

HEUTE:

Bilder: Wilfried Vogel, NABU-Hatten.

 

Auch die NWZ nahm Stellung..,.


 

 

So fing es an:

 

Ein Golfclubmietglied stieß zum NABU Hatten. .....seht euch doch mal unseren Golfplatz in Dingstede an, da hat ein Mitglied Wildblumen ausgesät, ganz toll! Irgendwann folgte die erste gemeinsame Begehung und es wurde daraus ein Projekt des NABU Hatten, unser zur Zeit größtes Projekt!

 

 

Nachdem unser Golfplatzprojekt zunächst auf kleiner Flamme köchelte, stellten wir nach und nach fest, welches ökologisches Potential auf dem 65 ha großen Gelände schlummert. Wo findet man in dem von industrieller Landwirtschaft geprägten Raum solch eine zusammenhängende Fläche mit unzähligen Tümpeln, Rückhaltebecken, Hochstaudenflächen, alten Eichen, Buchen, Gebüschen, Obstbaumwiesen, eine alte Feldscheune und vieles mehr. Bevor das Projekt in Angriff genommen wurde, musste auch der NABU Hatten einen Entwicklungsprozess durchmachen. Golfplatz? Golfverein? Wo ist da die Verbindung zum Naturschutz?

 

Je mehr wir uns mit dem Projekt befassten, desto größer wurde die Begeisterung auf Seiten des NABU Hatten. Es war allerdings auch so, dass Verantwortliche des Golfclubs ein großes Interesse an der Aufwertung ihres Geländes hatten. Bei den Gesprächen gab es nie gegensätzliche Auffassungen. Selbst von Seiten der Golfclubmitglieder, bei denen man zunächst Skepsis wegen des anstehenden „Kahlschlags“ befürchtete, kam nur Zustimmung. Besser ging es nicht!


Der nächste Schritt war die Finanzierung des Projekts. Ein vierstelliger Betrag reichte nicht aus. Auch hier tauchte sofort die Frage auf, Golfplatz? Golfverein? Wo ist die Verbindung zum Naturschutz? Es mussten also potentielle Geldgeber für das Golfplatzprojekt überzeugt werden. Das gelang bei der Bingo-Umweltstiftung, bei der Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg und bei der Marius-Eriksen-Stiftung. Hinzu kam eine Spendenzusage eines Golfclubmitgliedes. Aber auch der NABU Hatten beteiligt sich an der Finanzierung des Projekts.

Beim Anlegen des Golfplatzes vor ca. 20 Jahren sind zahlreiche Senken, Kuhlen und Löcher entstanden, die sich im Laufe der Zeit mit Wasser füllten. Die Gewässer waren einfach da, ohne dass man sie besonders beachtete oder gar pflegte. Im Laufe der Zeit sind sie mit Rohrkolben & Co und auch durch die am Gewässerrand durch Samenflug entstandenen Bäume und Sträucher zugewachsen. Der ökologische Wert sank von Jahr zu Jahr. Bäume und Sträucher beschatten die Gewässer und durch den Laubeinfall sammelte sich Schlamm in den Gewässern und entzog durch Faulprozesse dem Wasser Sauerstoff, wodurch Flora und Fauna schwanden. Amphibien lieben flache Gewässer, die sich schnell erwärmen. Wegen der Abschattung durch hohe Bäume und Sträucher ist eine schnelle Erwärmung nicht möglich. Das sollte geändert werden, die Tümpel sollten zu wertvollen Amphibiengewässern gestaltet werden. 

Die ersten Baum- und Strauchschnittarbeiten fanden Anfang 2018 – vor der Brut und Setzzeit – statt. An mehreren Tagen versuchten Golfclubmitglieder zusammen mit NABU-Aktiven dem Wildwuchs an den Tümpeln zu Leibe zu rücken. Schnell mussten wir allerdings feststellen, dass diese Arbeiten per Hand nicht zu leisten waren. Dann folgte ein sehr trockener Sommer. Nahezu alle Tümpel waren von Juli bis in den November 2018  hinein völlig trocken. Die Arbeiten an den Tümpeln mit schwerem Gerät der Hunte-Wasseracht begannen im Herbst 2018. Die ersten zugewachsenen Gewässer wurden von der Vegetation befreit. Erst als der lang andauernde Regen im November/Dezember 2018 begann, füllten sich die Gewässer/Senken wieder.

Seit Anfang 2019 erfolgen durch die Hunte-Wasseracht weitere Gehölzarbeiten an den Gewässern und deren Entschlammung. Im Winter sind grundsätzlich Arbeiten an Gewässern wegen der im Wasser und Schlamm überwinternden Tiere nicht möglich. Der sehr trockene Sommer erwies sich nun als Glücksfall für die anstehenden Arbeiten. So konnten auch die durch Rohrkolben & Co zugewachsenen Gewässerflächen frei geräumt werden, da sie bis in den November hinein trocken lagen und sich die Tiere längst anderweitig ein Winterquartier gesucht hatten.

Neben der amphibienfreundlichen Herrichtung der Gewässer sollen in Kürze ca. 200 Nistkästen auf dem Golfplatz aufgehängt werden. Von einem besonders engagierten Mitglied des Golfclubs sollen auf weitere Flächen, u. a. auf den Schlammhaufen Wildblumen gesät werden. 

 

Die Arbeiten an den Amphibientümpeln wurden im ausgehenden Winter 2019 rechtzeitig vor der anstehenden Amphibienwanderung zum Abschluss gebracht. Das Projekt wird weiterhin von unserem Amphibienexperten Wilfried Vogel begleitet, der die weitere Entwicklung verfolgen wird.

 

Das Projekt, dessen Gesamtkosten sich auf 12.000,-- € beliefen, wurde wie folgt finanziert:

 

 

                                                                            Bingo Umweltstiftung:                     4500 €


                                                                                                Privater Spender:                                  2500€


                                                                            NABU-Hatten:                                         2000€


                                                           Naturschutzstiftung Landkreis Oldenburg: 1500€

 


Marius Eriksen Stiftung                       1500€


So sah es vor einem Jahr aus.

22. Feb. 2018  Golfplatz-Projekt, wie eine Eigeniniative eines Golfclubs in Dingstede NABU begeisterte und NABU-Hatten jetzt ein neues Projekt betreut...

Bilder: Carlos Marcos Navas und UGP.


...und es geht weiter - Zurück