Anfang 2014

Die Idee:

In einer Diskussionsrunde zum Thema "Überpflügen von Randstreifen, Anlegen von Blüh- und Gehölzstreifen in der Gemeinde Hatten" Anfang 2014, an der neben Vertretern politischer Parteien auch Vertreter der Jäger, Imker, Angler und des NABU teilnahmen, wurde von einem Teilnehmer die Frage aufgeworfen, wie geht eigentlich die Kirche mit ihren eigenen verpachteten  landwirtschaftlichen Flächen unter dem Gesichtspunkt "Bewahrung der Schöpfung" um.

 

Warum ist das ein Thema des NABU Hatten?

Zugegebenermaßen hatte sich der NABU Hatten mit dieser Fragestellung bis dahin nicht auseinander gesetzt.. Da sich die NABU-Ortsgruppe Hatten mit allen Fragen des Natur- und Umweltschutzes in der Gemeinde Hatten befasst, wurde dieses Thema aufgegriffen und wird seitdem als Projekt verfolgt.


Ökologischere Bewirtschaftung der kircheneigenen landwirtschaftlichen Nutzflächen in der Gemeinde Hatten unter dem  Gesichtspunkt "Bewahrung der Schöpfung"

PRESSEINFORMATION: NWZ vom 20.05.2017 - Werner Fademrecht

 

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20. 05. 2017 - Die Presse (NWZ) greift das Thema in seinem Artikel "Der Naturschutzbund (NABU) fordert von der Kirche eine ökologischere Bewirtschaftung ihrer Flächen".

 


2017   Projekt...."Bewahrung der Schöpfung"   (weiter)


 Welche Kirchen haben in der Gemeinde Hatten landwirtschaftliche Flächen und wie werden sie bewirtschaftet?

In der Gemeinde Hatten sind die Ev. Luth. Kirchen Sandkrug, Hatten und Ganderkesee Eigentümer von je ca. 10 Hektar landwirtschaftlicher Flächen. Die St. Trinitatis-Gemeinde, selbständige Ev. Luth. Kirche Oldenburg ist Eigentümer von ca. 1,3 Hektar. Alle Flächen werden von den Pächtern konventionell landwirtschaftlich bewirtschaftet.

 

Warum tritt der NABU Hatten an die Kirchen heran und nicht an politische Parteien

Parteien wirken zwar bei der politischen Willensbildung mit und sind letztendlich, wenn sie in den Parlamenten vertreten sind, auch an Gesetzgebungen beteiligt, allerdings sind sie nicht wie ein Eigentümer in die Verantwortung zu nehmen.

 

Die Kirchen hingegen sind als Eigentümer direkt dafür verantwortlich, wie die Pächter mit dem Kircheneigentum umgehen. Da sich die Aktivitäten des NABU Hatten ausschließlich auf das hiesige Gemeindegebiet erstrecken, sind die vier genannten Kirchen die direkten Ansprechpartner für die NABU-Ortsgruppe Hatten, wenn es um eine ökologischere Bewirtschaftung dieser Flächen geht.  Die Kirchen gelten gemeinhin als hohe moralische Instanz, und man sollte meinen, dass sie bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen, besonders was ökologische Standards betrifft, sich beispielhaft verhalten.

 

Was ist bislang geschehen

Bereits Anfang 2014 wurden die Pastoren Menzel aus Kirchhatten und Hochartz aus Sandkrug telefonisch kontaktiert. Dabei wurde der NABU Hatten an die Liegenschaftsabteilung des Oberkirchenrates in Oldenburg verwiesen, die die Verpachtung der Ländereien für die Kirchengemeinden organisiert. Ein erstes Gespräch bei der Liegenschaftsabteilung gab es am 2. Juli 2014. Das eigentliche Thema, "Bewirtschaftung der kircheneigenen landwirtschaftlichen Flächen unter dem Gesichtspunkt Bewahrung der Schöpfung" nahm nur einen geringen Teil der Diskussion ein. Seitens der Liegenschaftsabteilung erklärte man, dass alle Flächen im Rahmen der geltenden Gesetze bewirtschaftet würden.

 

In diesem Gespräch wurde dem NABU die Mitgestaltung eines Waldrandes im Kirchhatter Kirchenwald angeboten. Dieses Angebot wurde aufgegriffen und dieser Waldrand ist inzwischen eines unserer NABU-Projekte, wofür wir der Kirche in Hatten sehr dankbar sind.

 

Im November 2015 wurde das Thema vom NABU Hatten erneut aufgegriffen, letztendlich mit dem Ziel, einen "Runden Tisch" aus Vertretern der Kirchen und des NABU Hatten zu bilden. Der "Runde Tisch" fand schließlich am 16. August 2016 im Gemeindehaus in Kirchhatten zwischen Vertretern der drei Ortskirchen, des Oberkirchenrates und des NABU Hatten statt. Vertreter der St.-Trinitatis-Gemeinde lehnten eine Teilnahme ab. Hinsichtlich des vereinbarten Treffpunktes gab es einige Irritationen. Obwohl der NABU zu diesem Treffen eingeladen hatte, übernahmen die Kirchen die Gesprächsführung. Letztlich war das Ergebnis aus NABU-Sicht sehr ernüchternd. Die Kirchen als Eigentümer waren nicht einmal ansatzweise bereit, ihre Flächen ökologischer bewirtschaften zu lassen.

 

Der Vorschlag des NABU Hatten, einen weiteren "Runden Tisch", zusätzlich mit den Pächtern zu bilden, wurde, nachdem das Thema in Kirchenratsversammlungen der Ortskirchen besprochen wurde, abgelehnt.

 

Die Kirchen argumentieren, dass sie mit der Verpachtung ihrer Ländereien bäuerliche Familienbetriebe unterstützen und sich die Bewirtschaftung im Rahmen der geltenden Gesetze bewege. Hervorgehoben wird, dass keine genveränderten Pflanzen angebaut und kein Klärschlamm aufgebracht werden dürfe.

 

Die Sichtweise des NABU Hatten

Der NABU Hatten ist der Auffassung, dass der Kirche aufgrund ihres Ansehens und des Umstandes, dass sie weithin als hohe moralische Instanz angesehen wird, hier eine besondere Aufgabe zukommt. So sollte sie unabhängig von den gesetzlichen Vorschriften eine Vorreiterrolle einnehmen. Es ist nämlich unstrittig, dass im Rahmen der geltenden Gesetze das Grundwasser immer schlechter wird und der Artenrückgang immer weiter fortschreitet. Gerade Wiesenvögel wie z. B. Kiebitz, Großer Brachvogel, aber auch die Feldlerche, das Rebhuhn und der Fasan brechen in ihren Beständen dramatisch ein. Man hat z. B. in NRW festgestellt, dass die Insekten auf Flächen, die seit 35 Jahren erforscht werden, quantitativ um 80 % zurückgegangen sind. Und ein Ende dieser Katastrophe ist nicht in Sicht! Informationen zum Insektensterben in Deutschland

 

Wie geht es weiter

Der NABU Hatten wird dieses Projekt weiterhin leidenschaftlich verfolgen. Optimistisch stimmt den NABU das "Impulspapier" der AG Umweltinitiative der Ev. Luth. Kirche in Oldenburg (Oberkirchenrat) vom 4. November 2009. Das Impulspapier mit der Überschrift "Leitlinien der Ev. Luth. Kirche in Oldenburg zur Bewahrung der Schöpfung" ist im Internet unter diesem Link abrufbar.

Der entscheidende Absatz im Impulspapier, dem der NABU nichts hinzufügen kann, lautet unter Punkt 7:

 

"Biologische Vielfalt erhalten: 

Mit dem Klimawandel und unserer Ernährungsweise gehen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten hohe Belastungen und die Gefahr der Verdrängung und Ausrottung einher. Die Vielfalt der Lebensräume und die biologische Vielfalt gilt es zu erhalten, dies ist auch ein Beitrag zur Generationengerechtigkeit. Wir nehmen unsere Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung wahr, wenn wir unsere kirchlichen Außenanlagen und landwirtschaftlichen Flächen in Kirchenbesitz konsequent naturverträglich bewirtschaften und Pachtverträge mit Dritten in diesem Sinne überprüfen."

 

Obwohl es das Impulspapier bereits seit mehr als 7 Jahren gibt, fand es bislang keine Anwendung. -

 

Wo haben Sie das letzte Mal so eine schöne Wiese gesehen?


16.07.2017  Das betrifft uns alle.... Neues zum Thema - .... 

"Bewahrung der Schöpfung"        Beispielhafte Aktion des NABU-Hatten...

Liebe Aktive in den NABU-Gruppen im Oldenburger Land,

 

einige von Ihnen/Euch, die an unserer Mitgliederversammlung im Juni in der Hahnenknooper Mühle teilgenommen haben, werden um ein Projekt, eine Aktiviät bereits wissen, das dort von Wolfgang Riemer vom NABU Hatten eindrucksvoll vorgestellt wurde: Der NABU Hatten bemüht sich, durchzusetzen, dass die kircheneigenen landwirtschaftlichen Flächen in der Gemeinde Hatten (ev. Kirche) entsprechend der kircheneigenen Positionen zur Bewahrung der Schöpfung konsequent so verpachtet werden, dass die Pächter den Kriterien des ökologischen Landbaus gerecht würden. Dazu ist der NABU Hatten umfangreich aktiv geworden, sowohl in Gesprächen mit der örtlichen Kirchengemeinde als auch der Landeskirche, bislang leider ohne Erfolg und in sehr konträrer Diskussion. Dieses Ansinnen ist damit jedoch noch nicht beendet!

 

Die NABU-Bezirksgruppe begrüßt den beispielhaften Vorstoß sehr und hofft, dass er letztendlich doch Erfolg haben wird, da bekanntermaßen die herkömmliche konventionelle Landbewirtschaftung in Deutschland nicht geeignet sein dürfte, dem weiteren Artenschwund und anderen Umweltauswirkungen entgegen zu wirken. Hier könnte, wenn auch zunächst auf vergleichsweise geringer Fläche, ein deutliches Zeichen gesetzt werden.

 

Dies betrifft auch Flächen in öffentlicher Hand, deren Verpachtung oft nur an konventionelle Betriebe geht; hier wäre eine Anfrage an die Kommune interessant, wie die jeweiligen Pachtbedingungen sind und ob überhaupt schon mal ökologische Kriterien eingesetzt wurden.

 

Es wäre schön, wenn weitere NABU-Gruppen in ähnlicher Sache vor Ort aktiv werden könnten. Der NABU Hatten (Wolfgang Riemer, Tel. 04481 - 1790) steht gern mit Tipps zur Verfügung. Einzelheiten ergeben sich aus der Homepage des NABU Hatten www.nabu-hatten.de.

 

Mit freundlichen Grüßen 

Rolf Grösch                  Rüdiger Wohlers

 

Liebe NABUs, 

die Rund-Mail von Rolf Grösch und Rüdiger Wohlers zu dem von mir  auf der Mitgliederversammlung vorgestellten Projekt „ökologischere Bewirtschaftung der kircheneigenen landwirtschaftlichen Flächen in der Gemeinde Hatten unter dem Gesichtspunkt Bewahrung der Schöpfung“ allen zur Kenntnis. Inzwischen wird unser Projekt von der Wirklichkeit in dramatischer Weise eingeholt. In den letzten Monaten vergeht keine Woche, in der das Thema Artenrückgang und besonders das Insektensterben (hier klicken) in Deutschland von den Medien nicht aufgegriffen wird. Es scheint, als hätten wir das Projekt etwas zu früh gestartet, um bei den Kirchen auf Verständnis zu stoßen.

Viele Grüße

Wolfgang Riemer

 

31.Aug.2017....Eines greift ins andere...

Diese Themen findet man fast täglich in der Presse: Flächenversiegelung, Artenschutz, Regenwälder, Bioplakette, Landschafts-"Überpflege", Plastikmüll,  Energieversorgung, Stickoxyde,  Klimawandel, Saurer Regen, Chemie, Insektensterben (80% der Masse!!!!)..Schauen Sie sich die Berichte an.  In der Folge verschwindet die Vegetation, die Insekten nehmen ab. Vögel und Kriechtiere verhungern und/oder kommen nicht mehr aus ihrem Winter-quartier zurück. Dabei ist die Natur doch noch artenreich und wie die Bildfolge weiter unten deutlich macht, ist es eigentlich doch sehr schön, was sie bietet. Dennoch, kommen Ihnen da nicht auch Fragen? Wie geht es weiter? Was kann ich dazu beitragen, diesem Trend entgegen zu wirken? Was kann ich tun, um unseren Nachkommen weiterhin ein attraktives Leben zu bieten und wie kann ich sie für Natur begeistern. Deshalb auch der Appell an alle, die das Projekt "Bewahrung der Schöpfung" auch zu ihrem Thema gemacht haben. -  Sie haben Ideen, Kritik, Wünsche und wollen Ihre Meinung dazu äußern? - Ein Klick auf Kontakt und Sie können gleich loslegen.

 

Zusammenstellung und Bilder:

Uwe G. Pommerening

NABU-Hatten

Berichte NABU

Bericht Naturschutz im Klimawandel

Bericht Insektensterben und die Folgen

 

 So schön ist Natur!